Es war ein weiterer kalter Morgen in unserer Stadt. Als ich aufwachte, roch es nach frischem Brot, das Mama in unserem kurzen Holzofen backte. In der Stille hörte ich das leise Ticken der Uhr an der Wand. Aber manchmal, wenn das Ticken zu laut wird, erinnere ich mich an die lauten Geräusche, die oft die Nacht durchbrachen – das Krachen der Explosionen und das Heulen der Sirenen.
Ich schlüpfte aus meinem Bett und schlich mich in die kleine Küche. „Guten Morgen, Yara“, sagte Mama mit einem müden Lächeln. Ihre Augen waren dennoch sanft, und ich fühlte mich sofort besser. „Hast du gut geschlafen?“ fragte sie. Ich nickte, auch wenn in dieser Nacht die Probleme in meinem Kopf herumgewirbelt waren.
Nach dem Frühstück gingen wir draußen, die Luft war kalt und klar. Ich sah meine Freunde,
Omar und Leila, die in der Nähe spielten. Wir spielten so oft in den Ruinen des alten Parks, die jetzt eher wie ein Versteck als ein Spielplatz waren. „Komm, lass uns ein Spielzeug aus dem alten Kram bauen!“, rief Omar begeistert. Wir fanden einige kaputte Teile und machten das Beste daraus. An den besten Tagen konnte ich die Welt um mich herum vergessen und einfach Kind sein.
Doch dann hörten wir das Geräusch, das unser Herz immer schneller schlagen ließ: ein Geschützfeuer in der Ferne. Wir sahen uns an, und ich spürte, wie die Freude in unseren Gesichtern verblasste. „Gehen wir nach Hause“, sagte Leila leise. Wir liefen schnell zu unseren Häusern und suchten nach dem Schutz in der Nähe.
Als wir in Sicherheit waren, setzte ich mich auf die Treppe und starrte in die Ferne. „Warum kann es nicht einfach aufhören?“, murmelte ich. Mama kam zu mir und setzte sich neben mich. „Das ist eine schwierige Frage, mein Herz. Aber eines weiß ich: Die Liebe und Hoffnung, die wir teilen, kann uns stark machen.“
Ich wollte an das glauben, was sie sagte. In diesen schweren Zeiten hielt ich an der Hoffnung fest, dass eines Tages alles besser sein würde. Vielleicht würden wir eines Tages in einem neuen, friedlichen Zuhause spielen, voller Lachen und Freude.
Eines Nachts, als die Sterne am Himmel leuchteten, sagte ich zu Mama: „Eines Tages werde ich ein großer Helfer sein. Ich werde Menschen helfen, glücklich zu sein.“ Sie lächelte und drückte mich fest an sich. „Das wirst du, mein Kind. Jeder von uns kann einen Unterschied machen, egal wie klein.“
In solchen Momenten fühlte ich mich stark, als könnte ich die Welt verändern – auch wenn es nur ein kleines Stück war. Und bis zu diesem Tag würde ich jeden Augenblick genießen und mir all die Träume bewahren, die ich hatte. Denn selbst im Dunkeln schimmerte ein kleines Licht der Hoffnung in mir.

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